Patenschaften

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Obwohl die indische Regierung in den letzten Jahren große Anstrengungen unternommen hat und inzwischen in den meisten Dörfern Schulen eingerichtet wurden, hat sich die Situation für die Kinder aus den sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppen kaum positiv verändert. Da die Dorflehrer in der Regel nicht gut ausgebildet sind, schlecht bezahlt werden und auch die Ausstattung der Schulen zu wünschen übriglässt, lernen die Kinder dort zu wenig, um einen Existenz sichernden Beruf erlernen zu können. Dazu kommt, dass der Alltag der Menschen, insbesondere auf dem Lande, trotz gegenteiliger Gesetze noch immer maßgeblich von der Kastenzugehörig- bzw. Kastenlosigkeit bestimmt wird und die damit verbundenen sozialen Ausgrenzungen weiterhin existieren. Viele Kinder müssen häufig mitarbeiten, um die Familie zu ernähren, oder auf jüngere Geschwister aufpassen.

Da nur eine gute Ausbildung die Chance eröffnet, diese Armut hinter sich zu lassen, ermöglicht der Pathardi-Verein einigen Kindern eine gute Schulausbildung.

Pathardi-Verein, e.V. Flyer 2017

Was ist der Sinn einer Patenschaft?

Mit einer Patenschaft ermöglichen Sie einem indischen Kind, das ohne Ihre Hilfe nie diese Möglichkeit hätte, eine gute Schulausbildung. Mit einer guten Schulausbildung eröffnen Sie dem Kind die Chance, einen Beruf erlernen zu können, der ihm und in der Regel auch der Familie die Existenz sichert und die Armut überwindet. Verbunden damit ist ein sozialer Aufstieg.

Aus welchen Familien stammen die Patenkinder?

Die Eltern der Kinder stammen aus den untersten Kasten, den unberührbaren Kasten (Dalits) oder sie gehören als Angehörige von sogenannten indigenen Volksstämmen (Tribals oder Adivasi) keiner Kaste an. Zu den Dalits zählen etwa 16,6 % (202 Mio.) und zu den indigenen Volksstämmen etwa 8,6 % (104 Mio.) der indischen Bevölkerung. Die Dalits und Tribals/Adivasi gehören zu den ärmsten der armen Menschen in Indien, ca. 85 % leben unter der Armutsgrenze. Trotz gegenteiliger Gesetze – Minderheitenrechte sind in der indischen Verfassung verankert – werden die Tribals/Adivasi als Nicht-Hindus neben den Dalits in der indischen Gesellschaft nach wie vor als Ausgestoßene diskriminiert und an den Rand der Gesellschaft gedrängt.

Angehörige dieser Bevölkerungsgruppen verdingen sich häufig als sehr schlecht bezahlte Tagelöhner bei den Landbesitzern, ziehen als Erntehelfer (Zuckerrohrschneider) monatelang in weit entfernte Gebiete oder ziehen als Hirten ohne festen Wohnsitz mit ihren Familien und Ziegenherden auf der Suche nach Futter für ihre Tiere durch die kargen Landstriche. Eine Schule besuchen die Kinder in der Regel nicht. Auch kleine Handwerker in den Dörfern oder Besitzer von Kleinstgrundstücken verdienen oft nicht genug, um ihre Existenz zu sichern und ihre Kindern auf eine gute Schule zu schicken. Dies erklärt, warum in den Bevölkerungsgruppen, aus denen der größte Teil der unterstützten Kinder stammt, die durchschnittliche Analphabetenrate bei den Männer über 40 % und bei den Frauen über 60% liegt.

Die Aufnahme in ein Wohnheim ist unabhängig von der Religionszugehörigkeit des Kindes oder der Eltern, maßgeblich sind die Bedürftigkeit und die Perspektive des Kindes.

Was kostet eine Patenschaft?

65 Cent pro Tag!

Damit die Paten unabhängig von der Anzahl der monatlichen Tage immer einen gleichen „runden“ Betrag z. B. per Dauerauftrag überweisen können, wurden die Beträge leicht abgerundet. Sie belaufen sich auf:

pro Monat          19,50 EURO
pro Vierteljahr    58,50 EURO
pro Jahr           234,00 EURO

Was geschieht mit meinem Patenschaftsbetrag?

Der Patenschaftsbetrag wird ohne jeden Abzug vierteljährlich an die jeweiligen Leitungen der Wohnheime überwiesen.

Welche Verpflichtungen gehe ich ein?

Mit dem Abschluss der Patenschaft übernehmen Sie die in der Patenschaftserklaerung genannten Kosten für Wohnen, Essen, Kleidung und schulische Ausbildung (19,50 EURO pro Monat) für Ihr Patenkind.

Diese Verpflichtung gilt zunächst für ein Jahr ab dem Datum der Unterzeichnung der Patenschaftserklärung. Sie setzt sich von Jahr zu Jahr fort, wenn sie nicht gekündigt wird und endet, wenn das Patenkind die Schulausbildung abgeschlossen hat.

Eine schriftliche Kündigung ist jederzeit ohne Angabe von Gründen möglich.

Wie werde ich Pate/Patin?

Bitte wenden Sie sich per Brief, E-Mail oder Telefon an den Pathardi-Verein e. V.  und teilen sie uns mit, ob Sie gern ein Patenmädchen oder einen Patenjungen, eventuell auch aus einer bestimmten Station, wünschen. Wir empfehlen Ihnen dann ein entsprechendes Kind und schicken Ihnen die folgenden Unterlagen zu:

  • einen Patenschaftspass mit einem Foto des Kindes und Informationen über das Kind und die familiären Hintergründe,
  • eine Patenschaftserklärung in doppelter Ausführung (eine bleibt bei Ihnen),
  • einen frankierten und adressierten Briefumschlag für die Rücksendung der von Ihnen unterschriebenen Patenschaftserklärung.

Wie endet eine Patenschaft?

Mit der Unterzeichnung der Patenschaftserklärung verpflichten Sie sich zunächst für ein Jahr ab dem Datum der Unterschrift. Die Verpflichtung setzt sich von Jahr zu Jahr fort, wenn sie nicht gekündigt wird und endet, wenn das Patenkind die Schulausbildung abgeschlossen hat.

Es kommt leider auch vor, dass die Mädchen oder Jungen vor Abschluss ihrer Schulausbildung das Wohnheim verlassen. Bei jüngeren Kindern ist es oft Heimweh, wenn diese die Trennung von der Familie nicht verkraften. Manche können sich auch an das Leben im Heim nicht gewöhnen. Ein anderer Grund ist, dass die Eltern sie herausholen, damit sie auf kleine Geschwisterkinder aufpassen oder durch Arbeit einen Beitrag zum Einkommen der Familie leisten. Bei älteren Jungen wurden auch schon disziplinare Gründe angeführt oder sie laufen einfach weg, um ihr Glück in einer Stadt zu versuchen. Manche Eltern sehen für sich auch keine Grundlage mehr für das Leben in einem Dorf und nehmen bei einem Wegzug in eine Stadt ihre Kinder mit. In allen diesen Fällen endet die Patenschaft mit dem Verlassen des Wohnheims. Da in der Regel dann ein neues Kind aufgenommen wird, schlägt Ihnen der Pathardi-Verein in diesen Fällen eine neue Patenschaft vor.

Eine schriftliche Kündigung ist jederzeit ohne Angabe von Gründen möglich.

Wo leben unsere Patenkinder?

Da es in den Dörfern, aus denen die Patenkinder stammen, weder gute Schulen noch ein förderndes soziales Umfeld gibt, leben sie in Wohnheimen an Orten, die ihnen eine gute Ausbildung ermöglichen. Die Wohnheime werden von indischen Ordenspatres oder -schwestern geleitet, die die Kinder rund um die Uhr liebevoll betreuen, erziehen und fördern.

Wir vermitteln Patenschaften in den folgenden Wohnheimen:

für Mädchen:

  • „Holy Family Convent“ in Ajra/Watangi im District Kolhapur im Bundesstaat Maharashtra,
  • „Asha Tara Yuvati Kendra“ in Ghulewadi im District Ahmednagar im Bundesstaat Maharashtra

für Jungen:

  •  „Bhakti Niwas“ in Pathardi  im District Ahmednagar im Bundesstaat Maharashtra,
  • „Gnanmata Bal Bhavan“ in Belgaum im Bundesstaat Karnataka.

Kann ich mir ein Patenkind aussuchen?

Sie können sich aussuchen, ob Sie einem Mädchen oder einem Jungen eine gute Schulausbildung ermöglichen möchten und sich das Wohnheim wünschen.

Habe ich Kontakt mit meinem Patenkind?

Es ist erwünscht und die Patenkinder freuen sich sehr darüber, wenn Sie sich nach Abschluss der Patenschaft in einem kleinen, in englischer Sprache abgefassten Brief dem Patenkind kurz vorstellen und ein Foto von sich beifügen.

Die Patenkinder schreiben Ihnen in der Regel zweimal im Jahr, meistens zu Ostern und Weihnachten, die Mädchen aus den Wohnheimen Ajra / Watangi auch noch nach den Sommerferien. Die Briefe sind altersgerecht, je nach schulischem Können mit einem Bild oder Text.

Die Patenkinder freuen sich sehr, wenn sie Ihnen schreiben. Sie dürfen aber nicht enttäuscht sein, wenn das Patenkind nicht auf den Inhalt Ihres Briefes eingeht. Dies ist nach unseren Erfahrungen erst der Fall, wenn die Kinder älter als 14 Jahre sind und ausreichende Englischkenntnisse erworben haben.

Leider haben wir die Erfahrung, dass die indische Post nicht sehr zuverlässig ist. Bisweilen kommen Briefe aus Deutschland nicht an. Briefe aus Indien sind z. T. wochenlang unterwegs oder erreichen den Empfänger nicht

Kann ich mein Patenkind besuchen?

Ja, das ist natürlich möglich. Es empfiehlt sich, vorher mit dem Pathardi-Verein Kontakt aufzunehmen. Wir können Ihnen Ansprechpartner vermitteln und Sie beraten.

Im Frühjahr 2008 hat eine Gruppe von 8 Paten im Rahmen einer vom Pathardi-Verein organisierten Reise alle Stationen besucht und ihre Patenkinder getroffen. Hier finden Sie einen Reisebericht.

Was wird aus meinem Patenkind nach dem Ende der Patenschaft?

Sie haben mit Ihrer Patenschaft den Grundstein für weitere Ausbildungen gelegt. Dabei variiert die Bandbreite von Handwerks-/Sozialberufen bis hin zu akademischen Laufbahnen.

Einen Bericht über einige ehemalige Patenkinder und deren weiteren Lebensweg finden Sie hier.